Mattfeldt: Impfzentren im Wahlkreis sind vorbereitet auf größere Impfstoff-Lieferungen

Rund um die Corona-Impfungen ranken sich bundesweit zum Teil erhebliche Vorwürfe. Deshalb habe ich mir persönlich in den beiden Impfzentren meines Wahlkreises, in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck und im Verdener Kreishaus, einen Eindruck über den aktuellen Sachstand verschafft. Dabei wurde deutlich, dass sowohl in Osterholz-Scharmbeck wie auch in Verden Vorwürfe wie etwa liegengebliebene Impfdosen nicht zutreffen: Bei meinem intensiven Gespräch mit den Landräten Bernd Lütjen und Peter Bohlmann sowie den Mitgliedern der jeweiligen Leitungsteams  hat mich die Hintergrund-Organisation überzeugt, die beide Landkreise da auf die Beine gestellt haben. Ärzte-Teams und Verwaltungsmitarbeiter setzen alles daran, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger möglichst schnell durchzuimpfen.

Das Impfzentrum in Osterholz-Scharmbeck ist so flexibel ausgelegt, dass es innerhalb kürzester Zeit die Kapazität der pro Tag Geimpften von knapp 400 auf mehr als 1000 Personen erhöhen kann. Sobald der Impfstoff in der Menge verfügbar ist, kann hier bis zu zehn Stunden am Tag und auch an den Wochenenden durchgeimpft werden. Gleichzeitig macht die Hintergrundorganisation einen absolut durchdachten und vor allem praxisorientierten Eindruck. Das ist vorbildlich. Deshalb sind in Osterholz bereits alle über 80-jährigen Einwohner durchgeimpft. Insgesamt hat es 12.000 Impfungen gegeben.

Auch das Verdener Impfzentrum am Kreishaus ist flexibel ausgelegt und kann bei Bedarf seine Kapazität auf vier Impfstraßen und täglich etwa 600 Geimpfte erhöhen. Das ist vor allem in Hinblick auf die von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigte zusätzliche Lieferung von bundesweit mehr als 13 Millionen Impfdosen wichtig.

Wie hier in diesen beiden Zentren und in den Verwaltungen die persönliche Beteiligung an der Bewältigung einer nationalen Herausforderung engagiert angegangen wird, finde ich klasse!

Die größten in der Praxis zu bewältigenden Herausforderungen sind für beide Impfzentren und ihre Mitarbeiter die stark schwankenden Impfstoff-Lieferungen, die völlig unflexible Zuweisung der zu Impfenden durch das Land sowie praxisferne Vorgaben der Impfverordnung. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Priorisierung entfallen muss. Sie ist wichtig, solange der Impfstoff Mangelware ist. Spätestens mit der Zulassung des Curevac-Impfmittels, vermutlich aber schon viel früher, wird sich die Impfstoff-Lage entspannen und wir brauchen solche Vorgaben nicht mehr. Dann impfen auch Hausärzte mit.

Der durch die Priorisierungen der Impfverordnung verursachte Verwaltungsaufwand ist enorm und eine unnötige zusätzliche Belastung der eingesetzten Kräfte. Die bürokratischen Vorgaben sind derzeit der Hemmschuh. Kreis und Impfzentrum brauchen einfach mehr Entscheidungsfreiheit. Zudem ist der vom Land vorgegebene Personalschlüssel sehr knapp bemessen, wenn das Land die Impftermin-Vergabe für unter 80-Jährige den Kreisen allein überträgt.

Hintergrund:

Seit Ende Dezember sind in Niedersachsen mobile Impfteams unterwegs. Die Impfzentren haben im Februar mit dem Eintreffen der ersten größeren Impfdosen-Lieferungen ihre Arbeit aufnehmen können, obwohl sie bereits zum 15. Dezember fertig ausgerüstet samt Personal bereit standen.

Für die Immunisierung gegen Corona sind beim Biontech-Vakzin, das bei Temperaturen von minus 70 Grad gelagert werden muss, zwei Impfungen im Abstand von etwa drei Wochen notwendig. Beim AstraZeneca-Impfstoff, der derzeit nur bei 18- bis 64-Jährigen gespritzt wird, beträgt der Abstand der beiden Impfungen neun bis zwölf Wochen. Bei anderen kurz vor der Zulassung stehenden Vakzinen ist pro Person nur eine Impfung nötig.

 

 

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