Verden: Neue Berufsakademie soll Nachwuchskräfte und Unternehmen zusammenbringen

Gemeinsam mit der CDU-Kreistagsfraktion plane ich im Moment die Gründung einer Berufsakademie in Verden. Der Entschluss dazu fiel bereits zur letzten Kommunalwahl, nun sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Um mich im Detail über die notwendigen Voraussetzungen zu informieren und Erfahrungen und Ideen auszutauschen, werde ich gemeinsam mit dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Verdener Kreistag, Wilhelm Hogrefe, Anfang Februar einen Gesprächstermin mit dem Akademieleiter im Bereich Wirtschaft der IT und Business School Oldenburg, Prof. Dr. Lutz Stührenberg, wahrnehmen. Wir erhoffen uns von dem Besuch in Oldenburg einen umfassenden Einblick in den dortigen Hochschulbetrieb, aus dem wir uns Anregungen für unser Projekt mitnehmen können. Ich selbst kenne die IBS Oldenburg durch meine Tochter, die ebenfalls dort studiert, als ausgezeichnete Hochschule, mit der sich ein Austausch oder gar auch eine dauerhaftere Kooperation lohnen würde.

Erklärtes Ziel der Initiative zur eigenen Berufsakademie ist, dass jungen und gut ausgebildeten Abiturientinnen und Abiturienten künftig mehr Anreize geboten werden, auch nach ihrem Abschluss in Verden und Umgebung zu bleiben. Denn immer mehr junge Leute entscheiden sich mittlerweile dafür, ein Studium aufzunehmen. Besonders hoch im Kurs stehen seit einigen Jahren sogenannte Berufsakademien, die das Erwerben von Wissen und Praxiskompetenz miteinander verbinden. Zugleich bedeutet die Entscheidung zum Studium aber auch den Umzug in eine andere Stadt. Auch wenn viele dieser Städte wie etwa Oldenburg, Bremen oder Hamburg ganz in unserer Nähe liegen, kehren nur wenige mit Studienende zurück in ihre Heimatorte. Mit der Konsequenz, dass der wachsenden Anzahl wirtschaftsstarker Unternehmen im Landkreis Verden immer mehr wertvolle Arbeitskräfte und wichtiges, zukunftsorientiertes Knowhow verloren geht.

Ein Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Politik und Hochschulen soll dabei helfen, junge Leute in Verden und Umgebung zu halten, um so dem bereits allgegenwärtigen Fachkräftemangel zu begegnen und neues Potential zum Wohle der gesamten Region zu eröffnen. Im Rahmen von Regionalisierungsprogrammen sind in den letzten Jahren immer mehr neue Berufsakademien gegründet worden, um die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort zu stärken und der Abwanderung junger Leute entgegenzuwirken. Die Zahl der Landkreise ohne Hochschule ist damit auf nicht einmal fünfzig geschrumpft. Ausgerichtet am Bedarf der heimischen Wirtschaft sollen interessierte Unternehmen von Anfang an aktiv in den Planungsprozess sowie auch in die spätere Lehre und Ausbildungspraxis einbezogen werden. Und auch temporäre oder langfristige Kooperationen mit anderen Berufsakademien wie zum Beispiel Oldenburg wären denkbar. Die stetige Nachfrage von Studierenden und Praxispartnern bestätigt uns in unserer Überzeugung, dass es uns mit einer eigenen Berufsakademie bei uns hier in Verden gelingen kann, Unternehmern mit den schon jetzt dringend benötigten zukünftigen Fachkräften zusammenbringen zu können. Unternehmen, die sich für das Projekt interessieren, sind herzlich eingeladen, sich schon jetzt aktiv in den Gründungsprozess einzubringen.

Insgesamt gibt es in Niedersachsen derzeit bereits sieben Berufsakademien. Dabei handelt es sich um nichtstaatliche, jedoch staatlich anerkannte Einrichtungen, an denen eine wissenschaftsbezogene und praxisorientierte Ausbildung in bestimmten Berufsfeldern möglich ist. Angeboten werden duale Ausbildungsgänge, die eine Kombination aus universitärer Lehre und betrieblicher Berufsausbildung mit Abschlussprüfung vor einer Industrie- und Handelskammer ermöglichen. Wie an einer Universität oder Fachhochschule können Studenten auch hier einen gleichwertig anerkannten Bachelor-Abschluss erwerben. Zusätzliche Voraussetzung der Berufsakademie ist aber ein Ausbildungsvertrag mit einem kooperierenden Betrieb. Die betriebliche Ausbildung wird in der Regel nach zwei Jahren, das Studium an der Berufsakademien nach einem weiteren Jahr abgeschlossen.

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